Die langersehnte Verfilmung von "Die Tribute von Panem" lockte uns also am Samstagabend ins Kino.
Nach knapp zwei Stunden war der Spuk des ersten Teils vorbei und zum ersten Mal seit langem haben wir uns nicht über den soeben gesehenen Film unterhalten können.
Das hatte mehrere Gründe:
Mir war noch immer seekrank zumute ob der diffusen Kameraführung, die mich schon bei Oceans Eleven kirre gemacht hat, denn immer, wenn im Film die Sichtweise von Katniss (der Hauptdarstellerin) dargestellt werden sollte. Irgendwie sah der Film in dem Moment so aus, als ob man der jungen Frau eine Kamera an die Stirn getackert hätte und sämtliche abrupten Kopfbewegungen aufgenommen worden seien: Schwenk nach links, rechts, oben, unten, hin, her, rauf und runter.
Meine Familie hat sich ziemlich schnell an die Schwenks gewöhnt - ich nicht. So habe ich viele Filmsequenzen verpasst, weil ich schlicht und ergreifend die Augen geschlossen hielt.
Ansonsten war der Film für einen reinen Actionfilm, um die jugendliche Zielgruppe anzulocken, gut gemacht. Die Spiele im Buch sind schließlich auch mehr als blutrünstig.
Einzig um den Hintergrund der Spiele, wieso jedes Jahr 24 "Kinder" aus 12 verschiedenen Distrikten zu den Spielen geschickt werden, erfährt der geneigte Kinobesucher nur in einem knapp verfassten schriftlichen Vorspann, den wohl kaum einer liest.
Mein Kurzer hatte vor lauter Knabberei gar nicht erst mitbekommen, dass der Film überhaupt begonnen hatte und den Vorspann komplett verpasst.
Daher sollte man sich als reiner Kinobesucher vielleicht doch einmal kurz
via Internet über die Grundlagen zum Film informieren oder gleich
die Bücher lesen, um wirklich zu begreifen, dass der Film eigentlich sehr sozialkritisch gemeint ist.
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass in den folgenden zwei Teilen die Zuschauerschaft über das ganze Elend der Leidtragenden im Film aufgeklärt werden.